Anlageausblick Juli 2026

Zur Jahresmitte 2026 Die erste Hälfte des Jahres 2026 war von auffälliger Marktvolatilität geprägt. Geopolitische …

Overview

Zur Jahresmitte 2026

Die erste Hälfte des Jahres 2026 war von auffälliger Marktvolatilität geprägt. Geopolitische Spannungen, darunter der Iran-Konflikt, veränderte Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik sowie eine enge, von KI-getriebene Marktführerschaft schufen ein anspruchsvolles Anlageumfeld. Trotz dieser Herausforderungen entwickelten sich die Aktienmärkte sehr positiv und beendeten den Zeitraum mit einem der besten Quartale der vergangenen Jahre.

Der Juni begann mit einem stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht. Dies führte zu steigenden Anleiherenditen und verringerte die Erwartungen an Zinssenkungen im Jahr 2026. Besonders Technologiewerte – insbesondere Halbleiterunternehmen – gerieten dadurch unter Druck, da Anleger nach einer längeren Kursrallye Gewinne mitnahmen.

Die Aufmerksamkeit richtete sich zudem auf die US-Notenbank Federal Reserve unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Zwar blieben die Leitzinsen unverändert, die Fed führte jedoch einen weniger transparenten Kommunikationsansatz ein und verzichtete auf langjährige Signale zur zukünftigen Zinspolitik („Forward Guidance“). Obwohl die Märkte diesen Strategiewechsel weitgehend verkrafteten, könnte die geringere Transparenz der Geldpolitik künftig zu höherer Volatilität und steigenden Risikoprämien an den Aktienmärkten führen.

Technologiewerte blieben während des gesamten Monats der wichtigste Treiber der Marktbewegungen. Der mit Spannung erwartete Börsengang von SpaceX löste zunächst große Begeisterung aus, verdeutlichte später jedoch auch die Risiken hoher Bewertungen. Gleichzeitig spiegelten starke Kursschwankungen bei Halbleiter- und KI-bezogenen Aktien die zunehmende Debatte der Anleger über die Nachhaltigkeit des durch künstliche Intelligenz getriebenen Gewinnwachstums und der hohen Investitionsausgaben wider.

Während Bedenken hinsichtlich der Rentabilität von KI-Investitionen, des Wettbewerbsdrucks und des Aufkommens kostengünstigerer Alternativen zunahmen, zeigten starke Geschäftsergebnisse von Unternehmen wie Micron, dass die Nachfrage nach moderner Recheninfrastruktur weiterhin robust bleibt. Die jüngsten Marktbewegungen deuten jedoch darauf hin, dass Anleger zunehmend selektiver werden und sich das KI-Thema von einem breit angelegten Markttrend zu einem differenzierteren Chancenfeld entwickelt.

Mit Blick auf die kommenden Monate erscheint das Marktumfeld über den Sommer hinweg grundsätzlich konstruktiv. Die handelspolitischen Unsicherheiten nehmen weiter ab, geopolitische Risiken haben sich abgeschwächt, und saisonale Faktoren bleiben bis Mitte Juli unterstützend. Da jedoch vor Beginn der Berichtssaison nur wenige bedeutende Impulsgeber zu erwarten sind, könnten die Märkte vorübergehend in eine Phase geringer Nachrichten- und Informationsdichte eintreten. Die Erwartungen an die Unternehmensergebnisse sind insbesondere im Technologiesektor hoch, sodass die bevorstehende Berichtssaison zu einem wichtigen Test für die aktuellen Bewertungen und die Tragfähigkeit des KI-Investitionsthemas werden dürfte.

Our investment policy

Die Begriffe attraktiv / unattraktiv beschreiben das Renditepotenzial der verschiedenen Anlageklassen. Eine Anlageklasse gilt als attraktiv, wenn ihre erwartete Rendite über der lokalen Cash-Rate liegt. Sie gilt als unattraktiv, wenn die erwartete Rendite negativ ist. Sehr attraktiv / sehr unattraktiv bezeichnen die Einschätzungen des BENDURA Anlagekomitees mit der höchsten Überzeugung. Der Zeithorizont für diese Einschätzungen beträgt 3-6 Monate.

Global Economy

USA

Betrachtet man die Entwicklung seit Beginn des Jahres 2026, hat sich das makroökonomische Umfeld schwieriger gestaltet, auch wenn von einem negativen Bild keine Rede sein kann. Das Jahr begann mit der Prognose der US-Notenbank Federal Reserve, im Jahr 2026 eine Zinssenkung vorzunehmen. Gleichzeitig zeigte die Inflation trotz eines weiterhin über dem Zielwert liegenden Niveaus einen allmählichen Rückgang, und es gab Anzeichen für eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Seitdem haben jedoch mehrere Entwicklungen die Aussichten eingetrübt. Der Iran-Konflikt führte zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise und zu einem Wiederanstieg des Inflationsdrucks. Die Gesamtinflation (CPI) beschleunigte sich im Mai auf 4,2 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig brachte der Amtsantritt eines neuen Fed-Vorsitzenden eine etwas restriktivere geldpolitische Ausrichtung mit sich. Zudem verlor der Arbeitsmarkt an Dynamik: Die monatliche Zahl neuer Arbeitsplätze schwächte sich von starken 214‘000 im März auf lediglich 57‘000 im Juni ab.

Diese Entwicklungen haben die Märkte dazu veranlasst, ihre Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik neu zu bewerten. Goldman Sachs, das zuvor mit Zinssenkungen ab Ende 2026 gerechnet hatte, hat diese Erwartungen inzwischen weiter in die Zukunft verschoben. Dies spiegelt die zunehmend verbreitete Einschätzung wider, dass die Fed ihre restriktive Geldpolitik möglicherweise länger aufrechterhalten muss, um sicherzustellen, dass die Inflation weiter in Richtung ihres Zielwertes sinkt.

Infolgedessen hat sich das Marktumfeld von vorsichtigem Optimismus zu einer Situation gewandelt, die ein höheres Maß an Selektivität und Disziplin erfordert. Die Inflation bleibt erhöht, die Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftspolitik hat zugenommen, und das Wirtschaftswachstum zeigt erste Anzeichen einer Abschwächung.

Obwohl diese Faktoren zeitweise zu einer erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten führen können, unterstreichen sie zugleich die Bedeutung einer Fokussierung auf Unternehmen mit solider Ertragskraft und qualitativ hochwertigen Vermögenswerten. Für die Risikomärkte dürfte die zweite Jahreshälfte maßgeblich von der Frage bestimmt werden, wie sich das Gleichgewicht zwischen nachlassendem Wirtschaftswachstum und einer möglicherweise hartnäckigeren Inflation entwickelt als bislang erwartet.

Gleichzeitig wächst die Sorge, dass künstliche Intelligenz menschliche Arbeitsplätze ersetzen könnte. Die Realität in den Vereinigten Staaten zeigt bislang jedoch ein anderes Bild: Unternehmen rekrutieren aktiv Spezialisten für die Einführung von KI, während der rasche Ausbau von Rechenzentren die Löhne für qualifizierte Arbeitskräfte erhöht und die Nachfrage sowie die Kosten für Halbleiter, Ausrüstung und Energie steigert.

Infolgedessen unterstützt der Investitionsschub in KI sowohl das Beschäftigungswachstum als auch die Inflation, was dazu führen könnte, dass die Zahl der neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls) im Mai deutlich über der Konsensschätzung von 95‘000 liegt. Im Grunde ist dies ein klares Beispiel für das Jevons-Paradoxon: Wenn Technologie effizienter und zugänglicher wird, steigert sie die Nachfrage und führt letztlich eher zu mehr Beschäftigung als zu weniger.

Europa

Der Juni 2026 blieb für Europa herausfordernd, da der Iran-Konflikt einen Energieschock auslöste, der die Gesamtinflation in der Eurozone im Mai auf 3,2 % gegenüber dem Vorjahr ansteigen ließ. Im Juni ging sie aufgrund rückläufiger Ölpreise wieder auf 2,8 % zurück. Als Reaktion darauf erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,25 % – die erste Zinserhöhung seit fast drei Jahren. Gleichzeitig warnte die EZB davor, dass höhere Energiekosten über sogenannte Zweitrundeneffekte auf weitere Wirtschaftsbereiche übergreifen und die Inflation breiter anheizen könnten. Bis zum Monatsende blieben die Währungshüter vorsichtig und signalisierten die Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen, falls der Inflationsdruck anhalten sollte.

Deutschland blieb die schwächste der großen europäischen Volkswirtschaften. Die wirtschaftliche Aktivität schrumpfte bereits den dritten Monat in Folge, während sich das Geschäftsklima nur leicht verbesserte. Frankreich erwies sich hingegen als vergleichsweise widerstandsfähig, da sich die Inflation im Juni überraschend auf das Zielniveau der EZB von 2 % verringerte, obwohl sich die wirtschaftliche Aktivität ebenfalls weiter abschwächte. Italien zeigte sich robuster und blieb trotz einer nachlassenden Dynamik im Dienstleistungssektor und weiterhin relativ hoher Inflation knapp im Wachstumsbereich.

Verglichen mit dem Jahresbeginn hat sich das makroökonomische Umfeld in Europa deutlich eingetrübt. Im Januar lag die Inflation in der Eurozone noch bei lediglich 1,7 %, wodurch die EZB ihren geldpolitischen Lockerungskurs fortsetzen konnte. Der Ausbruch des Iran-Konflikts im März veränderte dieses Umfeld jedoch grundlegend: Die Energiepreise stiegen deutlich an und zwangen die EZB zu einer raschen Neuausrichtung ihrer Geldpolitik. Innerhalb weniger Monate wechselte sie von einer lockeren zu einer restriktiveren geldpolitischen Haltung. Gleichzeitig diskutieren die Märkte weiterhin darüber, ob zusätzliche Zinserhöhungen notwendig werden könnten. Zugleich hat sich die Wachstumsdynamik abgeschwächt. Die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone fiel im Frühjahr in den kontraktiven Bereich und blieb auch im Juni unter der Schwelle, die Wachstum signalisiert. Europa sieht sich daher mit einem anspruchsvolleren Umfeld konfrontiert, das durch nachlassendes Wachstum und gleichzeitig wieder zunehmenden Inflationsdruck geprägt ist.

Dennoch gibt es auch Gründe für vorsichtigen Optimismus: Die rückläufigen Energiepreise gegen Ende Juni sowie die verbesserten Inflationsdaten aus Frankreich sind positive Signale. Dennoch dürften die Unsicherheit über den weiteren Inflationsverlauf und die künftige Geldpolitik der EZB in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 die wichtigsten Einflussfaktoren für die europäischen Finanzmärkte bleiben.

Asien

Die Wirtschaftsdaten für Juni verdeutlichten die zunehmende Divergenz innerhalb der chinesischen Wirtschaft. Während die Verbraucherpreisinflation niedrig blieb, zogen die Erzeugerpreise deutlich an, was auf steigende Vorleistungskosten und eine schwächere Preissetzungsmacht der Unternehmen hindeutet. Die Binnennachfrage schwächte sich spürbar ab: Die Einzelhandelsumsätze gingen erstmals seit der Wiederöffnung der Wirtschaft nach der Pandemie zurück, und auch die Investitionstätigkeit blieb unter Druck. Gleichzeitig hielt die chinesische Regierung an ihrem Kurs fiskalischer Disziplin fest, was die Sorge verstärkte, dass die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um den privaten Konsum zu beleben und das Wachstumstempo in der zweiten Jahreshälfte aufrechtzuerhalten.

Japan gehörte im Juni weiterhin zu den stärksten Volkswirtschaften Asiens. Das Wirtschaftswachstum blieb robust, sodass die Bank of Japan die Leitzinsen auf 1,0 % anhob – den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten – und zugleich signalisierte, dass eine weitere Normalisierung der Geldpolitik möglich bleibt. Die Inflation blieb unter dem Zielwert der Zentralbank. Darüber hinaus bekräftigte die Regierung ihre langfristige Wachstumsstrategie durch die Ankündigung eines umfangreichen Investitionsprogramms in den Bereichen künstliche Intelligenz, Halbleiter, Verteidigung und Raumfahrt. Diese Entwicklungen unterstreichen Japans Bestreben, seine Position als wichtiger Akteur in der globalen Technologieschöpfungskette auszubauen und gleichzeitig seine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu sichern.

Aus Anlegersicht zeigte sich Asien im Vergleich zu vielen westlichen Volkswirtschaften weiterhin relativ robust, wenngleich die Entwicklung innerhalb der Region zunehmend uneinheitlich ausfiel. Der Iran-Konflikt stellte die bedeutendste makroökonomische Entwicklung des Jahres 2026 dar. Die daraus resultierenden höheren Energiepreise erschwerten geldpolitische Entscheidungen und machten die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen innerhalb der Region deutlich sichtbar.

Japan zählte dabei zu den herausragenden Gewinnern. Das Land konnte die höheren Energiekosten erfolgreich bewältigen, gleichzeitig das Wirtschaftswachstum aufrechterhalten und seine schrittweise Normalisierung der Geldpolitik fortsetzen. Auch Indien erwies sich als widerstandsfähig. Die Wirtschaft profitierte von einer starken Binnennachfrage, günstigen strukturellen Entwicklungen und einer begrenzten Weitergabe höherer Energiepreise an die Verbraucher. Allerdings sollten die zunehmenden fiskalischen Belastungen aufmerksam beobachtet werden.

China hingegen bietet ein gemischteres Bild. Während die Inflation weiterhin niedrig bleibt, hat sich die Inlandsnachfrage seit Jahresbeginn deutlich abgeschwächt. Der private Konsum und die Einzelhandelsaktivität haben nachgelassen, was die anhaltenden Herausforderungen im Haushaltssektor sowie die zurückhaltendere Fiskalpolitik widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund dürfte die Erreichung der aktuellen Wachstumsziele für 2026 zunehmend davon abhängen, ob sich die Binnennachfrage in der zweiten Jahreshälfte spürbar erholen kann.

Shares

Die US-Aktienmärkte beendeten das zweite Quartal mit ihrer stärksten Entwicklung seit sechs Jahren – trotz erhöhter Volatilität infolge des Iran-Konflikts, starker Kursschwankungen im Technologiesektor und des mit Spannung erwarteten Börsengangs von SpaceX. Der S&P 500 gewann im Quartalsverlauf 14,9 %, während der Nasdaq um 21,4 % zulegte. Im Juni gaben jedoch beide Indizes leicht nach.

Eine bemerkenswerte Entwicklung des Monats war eine deutliche Rotation innerhalb des Aktienmarktes. Anleger verlagerten ihr Kapital von den Technologieriesen der sogenannten „Magnificent Seven“ hin zu Halbleiterunternehmen, Industrieaktien und defensiveren Sektoren wie dem Gesundheitswesen. Halbleiterwerte gehörten zu den stärksten Gewinnern und profitierten weiterhin von der hohen Nachfrage nach KI-bezogener Infrastruktur. Dagegen verzeichneten die meisten großen Technologiekonzerne Kursrückgänge, allen voran Microsoft, Amazon und Meta.

Dies stellt einen bedeutenden Wandel in der Marktführerschaft dar. Während die „Magnificent Seven“ in den vergangenen fünf Jahren maßgeblich die Entwicklung des Gesamtmarktes bestimmten, führte ihre jüngste Schwäche nicht zu einem breiten Marktrückgang. Stattdessen konnten andere Sektoren die Belastung durch entsprechende Kursgewinne ausgleichen. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich auch bei verschiedenen Anlagestilen: Value-Aktien, gleichgewichtete Indizes und kleinere Unternehmen übertrafen ihre traditionell wachstumsorientierten Pendants.

Mehrere Faktoren scheinen diese Verschiebung zu erklären. Anleger konzentrieren sich zunehmend auf die hohen Investitionsausgaben, die für den Ausbau von KI-Infrastrukturen notwendig sind. Dadurch entstehen Fragen hinsichtlich der zukünftigen Cashflows und der tatsächlichen Rentabilität dieser Investitionen. Halbleiterunternehmen gelten gleichzeitig als direkte Profiteure dieses Investitionszyklus, was die Gewinnerwartungen für den gesamten Sektor stützt. Darüber hinaus dürfte die Gewinnmitnahme nach mehreren Jahren außergewöhnlicher Kursanstiege bei großen Technologiewerten zur Marktrotation beigetragen haben.

Schließlich könnten die höheren Zinsen und die zunehmende Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs Anleger dazu bewegen, ihre Engagements in langfristigen Wachstumswerten zu reduzieren. Die Begeisterung für künstliche Intelligenz bleibt zwar ungebrochen, doch die Marktführerschaft verbreitert sich zunehmend, was auf ein künftig selektiveres und differenzierteres Anlageumfeld hindeutet.

Die europäischen Aktienmärkte schlossen den Juni überwiegend im Plus. Der Stoxx Europe 600 erreichte ein neues Rekordhoch, da die nachlassenden geopolitischen Risiken und die Fortschritte bei einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran die Anlegerstimmung stützten. Dies schürte Hoffnungen auf eine nachhaltige Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Der deutsche DAX entwickelte sich dagegen schwächer als die meisten anderen europäischen Indizes. Belastend wirkten die anhaltende Schwäche des verarbeitenden Gewerbes, stagnierende Einkaufsmanagerindizes (PMI), eine schwache Industrieproduktion sowie rückläufige Auftragseingänge. Zudem verlagerte sich das Anlegerinteresse von traditionellen Industrieexporteuren hin zu Unternehmen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz und Infrastrukturinvestitionen.

Auf Sektorebene gehörten Reise- und Freizeitwerte zu den stärksten Gewinnern. Sie profitierten von sinkenden Ölpreisen und verbesserten Aussichten für Fluggesellschaften und Tourismusunternehmen. Auch Bankaktien entwickelten sich überdurchschnittlich, da niedrigere Energiekosten die wirtschaftlichen Perspektiven verbesserten.

Demgegenüber gerieten Öl- und Gaswerte unter Druck, nachdem die Rohölpreise wieder in Richtung ihres Niveaus vor Ausbruch des Iran-Konflikts gefallen waren. Auch der Automobilsektor blieb belastet – insbesondere aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs aus China, laufender Restrukturierungsmaßnahmen und sinkender Gewinnerwartungen.

China entwickelt sich zunehmend zu einer attraktiven Bewertungschance im globalen Markt für KI-Investitionen. Während viele KI-bezogene Unternehmen in den USA und anderen Teilen Asiens mittlerweile hohe Bewertungen aufweisen, erscheinen zahlreiche führende chinesische Technologiekonzerne trotz erheblicher Investitionen in künstliche Intelligenz weiterhin attraktiv bewertet.

Unternehmen wie Alibaba, Tencent, Baidu und CATL bauen ihre KI-Kapazitäten mit starker Unterstützung durch die chinesische Regierung aus. Peking verfolgt dabei das Ziel, ein eigenständigeres und technologisch unabhängigeres Ökosystem zu schaffen.

Alibaba hat sein KI-Modell „Qwen“ bereits umfassend in seine Plattformen integriert und plant erhebliche Investitionen in Cloud- und KI-Infrastruktur. Dennoch wird das Unternehmen lediglich mit dem etwa 17-fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Baidu und Tencent werden mit etwa dem 14- bzw. 13-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt und liegen damit deutlich unter den Bewertungsniveaus vieler internationaler Wettbewerber.

Die größte Herausforderung bleibt jedoch die Binnenwirtschaft Chinas. Die schwache Konsumnachfrage und das verlangsamte Wirtschaftswachstum könnten das kurzfristige Gewinnpotenzial begrenzen. Darüber hinaus konzentrieren sich viele chinesische KI-Unternehmen weiterhin überwiegend auf den heimischen Markt, während ihre US-Pendants oft global tätig sind.

Dennoch bleibt die Positionierung internationaler Investoren äußerst niedrig. Obwohl China rund 10 % der weltweiten Marktkapitalisierung im KI-Sektor stellt, investieren globale Fondsmanager derzeit lediglich etwa 1,2 % ihrer Technologieportfolios in chinesische KI-Aktien.

Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass chinesische Technologieunternehmen erhebliches Aufwärtspotenzial besitzen könnten, wenn sich die Stimmung gegenüber China verbessert und sich das Wirtschaftswachstum stabilisiert. Unter diesen Voraussetzungen könnten die derzeitigen Bewertungsniveaus attraktive Einstiegsmöglichkeiten für langfristig orientierte Anleger bieten.

Abbildung 1: S&P 500 index.
Quelle: LSEG Datastream  / ECR Research, www.ecrresearch.com
Abbildung 2: Stoxx Europe 600 index.
Quelle: LSEG Datastream  / ECR Research, www.ecrresearch.com

Bonds

Die Anleihemärkte erlebten im Juni eine volatile Entwicklung, da Anleger sich mit veränderten Inflationserwartungen, Signalen der Zentralbanken und den Folgen des Iran-Konflikts auseinandersetzen mussten.

In den Vereinigten Staaten stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen zu Beginn des Monats an, nachdem ein stärker als erwarteter Arbeitsmarktbericht veröffentlicht worden war. Dies veranlasste die Anleger, die Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Straffungen durch die US-Notenbank Federal Reserve neu zu bewerten. Die Fed-Sitzung im Juni – die erste unter dem Vorsitz von Kevin Warsh – bestätigte eine vorsichtige Haltung gegenüber der Inflation. Die Währungshüter signalisierten, dass weitere Zinserhöhungen weiterhin möglich seien.

Auch die Inflationsdaten fielen höher aus als erwartet: Die Verbraucherpreisinflation (CPI) beschleunigte sich auf 4,2 % gegenüber dem Vorjahr, was vor allem auf gestiegene Energiepreise zurückzuführen war. Gegen Ende des Monats besserte sich jedoch die Stimmung an den Märkten. Die Ölpreise gingen zurück, die Inflationssorgen ließen nach, und schwächere Kerninflationsdaten führten dazu, dass die Märkte ihre Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen reduzierten. Infolgedessen schloss die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe den Monat Juni in etwa auf dem Niveau zu Monatsbeginn ab, lag jedoch weiterhin deutlich über dem Stand zu Jahresanfang.

Die europäischen Anleihemärkte wurden im Wesentlichen von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) geprägt, den Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,25 % anzuheben. Dies war die erste Zinserhöhung seit nahezu drei Jahren. Die Maßnahme spiegelte die Sorge wider, dass der durch den Iran-Konflikt ausgelöste Energieschock zu breiterem Inflationsdruck führen könnte.

Während einige EZB-Mitglieder zunächst weitere geldpolitische Straffungen in Aussicht stellten, sorgten sinkende Ölpreise und nachlassende Inflationserwartungen gegen Ende des Monats für einen ausgewogeneren Ton. Die Renditen deutscher Bundesanleihen stiegen zunächst nach der EZB-Sitzung an, gaben ihre Gewinne anschließend jedoch wieder ab, da Anleger ihre Erwartungen an einen längeren Zinserhöhungszyklus zurücknahmen.

Damit lagen die Renditen deutscher Staatsanleihen Ende Juni leicht unter ihrem Niveau zu Jahresbeginn. Dies spiegelt das wachsende Vertrauen der Anleger wider, dass die EZB ihre Geldpolitik möglicherweise nicht so stark straffen muss wie zuvor befürchtet.

Abbildung 3: Investor expectations regarding Fed rate hikes.
Quelle: LSEG Datastream  / ECR Research, www.ecrresearch.com

Commodities & Currencies

Die Rohstoffmärkte wurden im Juni vor allem von der Entspannung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie der Wiederöffnung der Straße von Hormus bestimmt. Die geopolitische Risikoprämie, welche die Rohstoffpreise seit Ende Februar gestützt hatte, verschwand rasch nach der Bekanntgabe eines vorläufigen Friedensabkommens Mitte Juni.

Der Preis für Brent-Rohöl fiel im Monatsverlauf um 23,2 % auf 72,92 US-Dollar pro Barrel und gab damit sämtliche während des Konflikts erzielten Gewinne wieder ab. Zu Beginn des Junis notierte Öl noch oberhalb von 90 US-Dollar pro Barrel, da die Straße von Hormus weiterhin geschlossen war und die OPEC-Produktion infolge von Angebotsstörungen nahe jahrzehntelanger Tiefststände lag.

Die Marktstimmung änderte sich jedoch abrupt, nachdem sich die Vereinigten Staaten und der Iran auf die Wiederöffnung der strategisch wichtigen Schifffahrtsroute geeinigt hatten. Mit der Wiederaufnahme des Tankerverkehrs und der Entspannung auf der Angebotsseite wurde die zuvor aufgebaute geopolitische Risikoprämie rasch ausgepreist.

Zusätzlichen Druck auf die Ölpreise übten Erwartungen steigender iranischer Ölexporte sowie Prognosen großer Investmentbanken aus, die für die zweite Jahreshälfte einen möglichen globalen Ölüberschuss in Aussicht stellten. Insgesamt verzeichnete der Ölpreis seit Ende Februar eine außergewöhnlich starke Bewegung – von einem Höchststand von nahezu 120 US-Dollar pro Barrel bis zu einem Rückgang auf zuletzt 67,04 US-Dollar pro Barrel.

Auch Gold erlebte eine deutliche Korrektur und fiel von 5‘318 US-Dollar je Feinunze auf 4‘380 US-Dollar Ende Juni. Das Edelmetall stand dabei unter dem Einfluss zweier wesentlicher Faktoren: dem Rückgang geopolitischer Unsicherheit und einem restriktiveren geldpolitischen Ausblick.

Obwohl die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen im Juni unverändert ließ, signalisierten die Währungshüter die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen. Dies stärkte den US-Dollar und führte zu steigenden Realrenditen. Dadurch sank die Attraktivität von nicht verzinslichen Anlagen wie Gold. Während die weiterhin starke Nachfrage der Zentralbanken und robuste Goldimporte aus China langfristig unterstützend wirkten, konzentrierten sich Anleger vor allem auf den Wegfall des klassischen „Safe-Haven“-Bedarfs nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran.

Seit Beginn des Jahres 2026 zeigte der US-Dollar einen ausgeprägten W-förmigen Verlauf. Zunächst schwächte sich die US-Währung ab, da die Märkte aggressive Zinssenkungen der Federal Reserve eingepreist hatten. Anschließend erholte sich der Dollar jedoch deutlich, begünstigt durch das robuste US-Wirtschaftswachstum, eine hartnäckige Inflation und sinkende Erwartungen hinsichtlich geldpolitischer Lockerungen.

Nach einem Tiefpunkt Ende Januar gewann der Dollar im ersten Quartal kräftig an Wert, konsolidierte zwischenzeitlich im April und Mai und legte im Juni erneut deutlich zu. Auslöser dieser Rally waren der restriktivere Kurs der Federal Reserve unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh, robuste Arbeitsmarktdaten sowie steigende Inflationsraten. Der US-Dollar-Index (DXY) erreichte dadurch seinen höchsten Stand des Jahres.

Insgesamt hat der US-Dollar seit Jahresbeginn handelsgewichtet rund 2,5 % zugelegt und sich sowohl gegenüber dem Euro als auch gegenüber dem Schweizer Franken deutlich aufgewertet.

Der Wechselkurs EUR/USD erreichte zwischenzeitlich ein Hoch von rund 1,1797, bevor er wieder drehte und Anfang Juni auf etwa 1,1525 zurückfiel.

Diese Entwicklung wurde durch stärker als erwartete US-Konjunkturdaten sowie veränderte Zinserwartungen ausgelöst. Die Märkte begannen zunehmend ein „Higher for Longer“-Szenario für die US-Geldpolitik einzupreisen, also die Erwartung, dass die Zinsen länger auf einem höheren Niveau bleiben werden.

Steigende Renditen von US-Staatsanleihen und die erhöhte Nachfrage nach US-Dollar-Anlagen unterstützten die amerikanische Währung zusätzlich. Gleichzeitig belastete die vergleichsweise schwächere wirtschaftliche Dynamik in Europa den Euro.

Wir erwarten, dass die Federal Reserve ihren geldpolitischen Kurs stärker straffen wird als die Europäische Zentralbank – und zwar stärker, als dies derzeit in den Finanzmärkten eingepreist ist. Diese zunehmende geldpolitische Divergenz dürfte eine nachhaltige Aufwertung des Euro über die Marke von 1,16 US-Dollar hinaus begrenzen und spricht insgesamt für weiteres Abwärtspotenzial in den kommenden Monaten und Quartalen.

In unserem Basisszenario dürfte der Wechselkurs EUR/USD schrittweise in den Bereich von 1,10 zurückfallen, gestützt durch höhere US-Renditen und die anhaltende Stärke des US-Dollars.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich beim Wechselkurs USD/CHF. Der Schweizer Franken blieb zunächst vergleichsweise stark, verlor jedoch im weiteren Verlauf gegenüber dem US-Dollar an Wert, da die Renditen in den USA stärker anstiegen.

Infolgedessen bewegte sich USD/CHF in Richtung 0,80, was die zunehmende Zinsdifferenz zwischen den Vereinigten Staaten und der Schweiz widerspiegelt. Gleichzeitig bleibt der Schweizer Franken ein attraktives Absicherungsinstrument gegen wachsende Sorgen hinsichtlich der Staatsfinanzen vieler Industrieländer im Umfeld steigender Zinsen. Aufgrund der sehr niedrigen Staatsverschuldung und der geringen Haushaltsdefizite der Schweiz ist die Währung besonders gut positioniert, um von solchen Entwicklungen zu profitieren.

Darüber hinaus behält der Franken seine traditionelle Rolle als verlässlicher sicherer Hafen in Zeiten erhöhter Risikoaversion. Da wir davon ausgehen, dass geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten auch in den kommenden Monaten und Quartalen bestehen bleiben, sollte diese Eigenschaft den Schweizer Franken weiterhin unterstützen.

Abbildung 4: Historical EUR/USD change. Quelle: LSEG Datastream  / ECR Research, www.ecrresearch.com