ANLAGEAUSBLICK OKTOBER 2025
KI-getriebenes Wachstum trifft auf finanzielle Fragilität
Trotz Gegenwind wie einem drohenden Regierungsstillstand in den USA und schwachen Beschäftigungsdaten im privaten Sektor steigen die globalen Märkte weiter. Getragen wird diese Entwicklung von der Erwartung baldiger Zinssenkungen und der anhaltenden Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz (KI). Die US-Wirtschaft ist zunehmend mit der Entwicklung der Aktienmärkte verflochten, wobei sich die Investitionen in KI-Technologien als zentraler Treiber für langfristiges Wachstum herauskristallisieren. Derzeit tragen KI-Investitionen fast einen Prozentpunkt zum BIP-Wachstum bei – ein bemerkenswerter Impuls, bedenkt man, dass das durchschnittliche BIP-Wachstum im ersten und zweiten Quartal lediglich 1,4% betrug.
Allerdings wirft die jüngste Prüfung von Transaktionen – insbesondere rund um Nvidia, Oracle und OpenAI – Fragen zur Nachhaltigkeit und zum zeitlichen Horizont der Renditen auf. OpenAI ist weiterhin stark von externen Finanzierungen abhängig; Prognosen zeigen einen erwarteten Mittelabfluss von 115 Milliarden US-Dollar bis 2029. Trotz steigender Umsätze wird nicht vor 2029 mit einem Gewinn gerechnet, und die finanziellen Verpflichtungen übersteigen die aktuellen Einnahmen deutlich.
Investoren stehen nun vor einem Paradoxon: Die Ausgaben für KI steigen rasant und beflügeln die Marktstimmung, doch der Zeitpunkt der tatsächlichen Rendite bleibt ungewiss. Es wächst die Sorge, dass das Ausmaß der KI-Investitionen die finanziellen Erträge deutlich übersteigen könnte – insbesondere, wenn die erhofften Produktivitätsgewinne nicht in dem Umfang oder der Geschwindigkeit eintreten, die zur Rechtfertigung solcher Investitionen notwendig wären. Auch wenn das langfristige Potenzial dieser Technologien als transformativ gilt, könnte der Zeitraum bis zur spürbaren wirtschaftlichen Wirkung weit über die typischen Anlagehorizonte der meisten Marktteilnehmer hinausgehen – was Fragen zur Nachhaltigkeit und strategischen Ausrichtung aufwirft.
Bislang zeigen sich keine deutlichen Anzeichen für Marktüberschwang oder Euphorie, und der Begriff „Blase“ wird bewusst vermieden. Interessanterweise werden schwache Konjunkturdaten von Anlegern positiv aufgenommen, da sie die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die US-Notenbank erhöhen – eine Aussicht, die die Märkte stützt. Diese Erwartung bleibt ein zentraler Impulsgeber für die Dynamik bis zum Jahresende. Auch wenn wir weiterhin einen konstruktiven Ausblick für das vierte Quartal und das Gesamtjahr beibehalten, überrascht es uns – wie viele andere auch, dass die Märkte ohne nennenswerte, handelbare Rücksetzer gestiegen sind. Dennoch ist der Oktober historisch für erhöhte Volatilität bekannt, und es könnten noch Kursrückgänge folgen, bevor das Jahr zu Ende geht.
BENDURA Anlagepolitik

Die Begriffe attraktiv / unattraktiv beschreiben das Renditepotenzial der verschiedenen Anlageklassen. Eine Anlageklasse gilt als attraktiv, wenn ihre erwartete Rendite über der lokalen Cash-Rate liegt. Sie gilt als unattraktiv, wenn die erwartete Rendite negativ ist. Sehr attraktiv / sehr unattraktiv bezeichnen die Einschätzungen des BENDURA Anlagekomitees mit der höchsten Überzeugung. Der Zeithorizont für diese Einschätzungen beträgt 3-6 Monate.
WELTWIRTSCHAFT
USA
Die US-Wirtschaft zeigte sich im September widerstandsfähig: Aktienmärkte entwickelten sich stark, trotz saisonaler Gegenwinde. Die US-Notenbank senkte den Leitzins um 25 Basispunkte und signalisierte weitere Zinssenkungen, was das Vertrauen der Anleger stärkte. Jerome Powell erklärte, dass der aktuelle Inflationsanstieg vor allem auf Zölle zurückzuführen sei, die die Preise für Güter in die Höhe treiben – und dass es sich dabei um ein vorübergehendes, einmaliges Ereignis handle.
Gleichzeitig offenbarte der Arbeitsmarkt jedoch Schwächen: Private Arbeitgeber bauten 32‘000 Stellen ab, und das kumulierte Beschäftigungswachstum seit Jahresbeginn wurde um erstaunliche 911‘000 Stellen nach unten korrigiert. Zwar gingen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 218‘000 zurück, was eine gewisse Widerstandskraft signalisiert, doch die Dynamik bei Neueinstellungen hat spürbar nachgelassen – insbesondere bei kleinen Unternehmen.
Politische Risiken verstärken die Unsicherheit an den Märkten zusätzlich. Ein drohender Regierungsstillstand verzögerte wichtige Wirtschaftsberichte, während innenpolitische Spannungen über Truppenverlegungen und außenpolitische Kurswechsel zunehmen. Diese Entwicklungen erschweren die Entscheidungsfindung der Fed, da starkes BIP-Wachstum und Inflationsdruck mit einer sich verschlechternden Beschäftigungslage kollidieren. Die Anleger bleiben optimistisch, doch die Fragilität des Arbeitsmarkts und die politische Instabilität könnten diesen Ausblick in den kommenden Monaten auf die Probe stellen.
Insgesamt gibt es derzeit viele Gründe für Optimismus: Die Aktienmärkte erreichen Rekordhöhen, die Zinsen sinken, und die Unternehmensgewinne bleiben robust. Erwartete Steuersenkungen dürften die Unternehmensgewinne zusätzlich stärken. Dennoch könnte die aktuelle Dynamik zu gut sein, um von Dauer zu sein. Erste Anzeichen einer Überhitzung zeigen sich: Spekulative Handelsaktivitäten und überdehnte Bewertungen werfen Fragen nach einer möglichen Korrektur auf. Die kommenden Monate könnten daher von erhöhter Volatilität und wachsender Unsicherheit geprägt sein – trotz der positiven Grundstimmung.
Europa
Im September zeigte die EU-Wirtschaft Anzeichen vorsichtigen Optimismus, obwohl globale Herausforderungen weiterhin bestehen. Das reale BIP-Wachstum im Euroraum wurde für das laufende Jahr auf 1,2% nach oben korrigiert, gestützt durch steigende Reallöhne, eine robuste Beschäftigungslage und erhöhte staatliche Ausgaben – insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Verteidigung in Deutschland.
Die Inflation blieb stabil und bewegte sich nahe dem Zielwert der EZB von 2 %. Die Gesamtinflation wird für 2025 auf 2,1 % prognostiziert, mit einer erwarteten Abschwächung auf 1,7 % im Jahr 2026.
Handelsspannungen – insbesondere höhere US-Zölle auf europäische Exporte – belasteten weiterhin die externe Nachfrage und führten zu Volatilität in der wirtschaftlichen Aktivität. Dennoch trug das neue Handelsabkommen zwischen den USA und der EU zur Verringerung politischer Unsicherheiten bei. Der Arbeitsmarkt blieb robust, mit Beschäftigungszuwächsen und nachlassendem Lohndruck, was die Inflation zusätzlich dämpfen dürfte. Die Finanzierungsbedingungen verbesserten sich infolge jüngster geldpolitischer Entscheidungen, und die Aufwertung des Euro half, die Inflation bei Gütern zu begrenzen. Insgesamt sieht sich der Euroraum zwar Gegenwind durch globale Handelsdynamiken und Energiekosten ausgesetzt, doch die Binnenkonjunktur und politische Unterstützung tragen zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Aussichten bei. Die EZB prognostiziert eine allmähliche Stärkung des Wachstums bis 2027, auch wenn Risiken durch Zölle und geopolitische Unsicherheiten bestehen bleiben.
Asien
Chinas wirtschaftliche Lage war im September geprägt von nachlassender Dynamik und wachsenden Herausforderungen im Inland – trotz einer gewissen Widerstandskraft bei Exporten und Aktienmärkten. Das BIP-Wachstum wird für das laufende Jahr auf 4,8 % prognostiziert, doch aktuelle Daten zeigen eine schwächere Entwicklung bei Einzelhandelsumsätzen, Industrieproduktion und Investitionen in Sachanlagen.
Der Immobiliensektor bleibt ein erheblicher Belastungsfaktor: Die Investitionen in Immobilien sind seit Jahresbeginn um fast 13 % zurückgegangen. Deflationäre Tendenzen halten an, mit einer Kerninflation von rund 0,5 %, während die Arbeitslosenquote leicht auf 5,3 % gestiegen ist – teilweise bedingt durch saisonale Effekte.
Die Regierung verlagert ihren Fokus zunehmend auf ein konsumgestütztes Wachstumsmodell, das durch Infrastrukturinvestitionen und gezielte fiskalpolitische Maßnahmen unterstützt wird. Dennoch belasten schwaches Verbrauchervertrauen und gedämpfte Einkommensperspektiven die Binnennachfrage weiterhin.

AKTIEN
US-Aktien setzten ihre Gewinnserie im September fort und verzeichneten den fünften Monat in Folge mit positiven Ergebnissen. Der S&P 500 stieg um 3,5 %, während der technologieorientierte Nasdaq um 5,6 % zulegte. Die Rallye wurde durch Zinssenkungen und die anhaltende Begeisterung für langfristige KI-Wachstumstrends befeuert. Auch der Russell 2000 verzeichnete den fünften Monatsgewinn in Folge und übertraf sein bisheriges Rekordhoch aus dem November 2021.
Die Kursgewinne konzentrierten sich jedoch überwiegend auf Large-Cap-Aktien. Der gleichgewichtete S&P 500 schnitt im Vergleich zum traditionellen, kapitalgewichteten Index um fast 300 Basispunkte schlechter ab. Die sogenannten „Magnificent Seven“-Aktien hatten erneut einen starken Monat, wobei Tesla und Google besonders herausragten. Ein weiteres zentrales Thema im September war der außergewöhnliche Kapitalzufluss in den KI-Sektor. Ein bemerkenswerter Moment war die Bekanntgabe von Oracle, dass der Auftragsbestand von 300 Milliarden US-Dollar über die nächsten fünf Jahre größtenteils durch OpenAI getrieben wird. OpenAI selbst wird für dieses Jahr mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden US-Dollar gerechnet, doch die prognostizierte Kapitalverbrennung könnte bis 2029 auf erstaunliche 115 Milliarden US-Dollar steigen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der KI-Sektor durch die jüngst skizzierte mögliche Vereinbarung zwischen Nvidia und OpenAI, bei der Nvidia bis zu 100 Milliarden US-Dollar investieren könnte. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Ausmaß der Kapitalströme in den Bereich Künstliche Intelligenz. Die Investitionsausgaben der Hyperscaler sollen jährlich um rund 30 % steigen und bis 2027 ein Volumen von 500 Milliarden US-Dollar erreichen. Im größeren Kontext könnten sich die kumulierten Investitionen zwischen 2025 und 2028 – ohne Energiekosten – auf etwa 2,9 Billionen US-Dollar belaufen.
Dies wirft eine zentrale Frage auf: Wann beginnen diese Investitionen, sich finanziell zu lohnen? Laut Schätzungen von Sequoia Capital müssten Verbraucher und Unternehmen allein für die in den Jahren 2023 und 2024 getätigten Investitionen rund 800 Milliarden US-Dollar in KI-Produkte ausgeben – über die gesamte Lebensdauer der Chips und Rechenzentren hinweg – um eine angemessene Rendite zu erzielen. Bain schätzte kürzlich, dass bis zum Jahr 2030 die Ausgaben für KI-Infrastruktur jährliche Einnahmen von rund 2 Billionen US-Dollar im KI-Sektor erfordern, um akzeptable Renditen zu erzielen. Zum Vergleich: Das übersteigt die kombinierten Umsätze von Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft, Meta und Nvidia im Jahr 2024.
Europäische Aktien haben in diesem Monat wieder verstärkt die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich gezogen, da sich die Marktstimmung konstruktiver zeigt – gestützt durch attraktive Bewertungen, Rekordrückkäufe und verbesserte makroökonomische Rahmenbedingungen. Der Stoxx Europe 600 schloss nur 1,2 % unter seinem Allzeithoch vom März, während der Eurostoxx 50 im September um 3,3 % zulegte. Der britische FTSE 100 erreichte ein neues Rekordhoch, getragen von starken Minenwerten, während der deutsche DAX aufgrund von Bewertungsbedenken hinterherhinkte.
Die geldpolitische Unterstützung blieb bestehen: Die US-Notenbank senkte die Zinsen erstmals seit Dezember, und obwohl sich die europäischen Zentralbanken dem Ende ihrer Lockerungszyklen nähern, beließ die EZB die Zinsen zum zweiten Mal in Folge unverändert – trotz Prognosen, die eine Inflation unter 2 % bis 2027 erwarten.
Das Bewertungsargument trat erneut deutlich hervor, insbesondere im Vergleich zwischen Europa und den USA: Der Stoxx 600 wird mit dem etwa 15,6-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, verglichen mit dem 25,3-fachen beim S&P 500 – bei gleichzeitig höheren Dividendenrenditen.
Die asiatischen Märkte verzeichneten kräftige Kursgewinne, angetrieben durch den anhaltenden Boom bei KI-bezogenen Aktien. Japan, Südkorea und Taiwan erreichten neue Rekordstände, während die Märkte in Greater China auf Mehrjahreshochs kletterten. Chinesische Tech-Aktien profitierten von mehreren positiven Entwicklungen, darunter Fortschritte bei der Eigenversorgung mit Halbleitern. Der südkoreanische Kospi-Index schnitt besonders stark ab, nachdem die Regierung geplante Änderungen bei der Kapitalertragssteuer zurücknahm – was die Anlegerstimmung deutlich verbesserte.
Bis zum Monatsende stieg der MSCI Asia Pacific ex-Japan Index um 5,4 %, und der japanische Nikkei 225 legte um 5,2 % zu. In Greater China führten Tech-Aktien die Rallye an, obwohl breitere Marktgewinne durch Rückgänge im Finanz- und Energiesektor begrenzt wurden. Auch der taiwanesische Taiex-Index verzeichnete starke Zuwächse, getragen von der Stärke der KI-bezogenen Branchen.
Indien hingegen blieb zurück, da ausländische Investoren sich nach zwei Rückschlägen zurückzogen: einem 50 % US-Zoll und erhöhten Gebühren für H-1B-Visa.
Der KI-Sektor hat sich in China zu einem zentralen Treiber der Aktienkurse entwickelt – allerdings ausgehend von deutlich niedrigeren Bewertungen als in den USA. Chinesische Tech-Aktien gewannen an Dynamik, befeuert durch wachsende Anzeichen dafür, dass das Land bei der Produktion fortschrittlicher Halbleiter früher als erwartet die Eigenversorgung erreicht. Dieser Aufschwung wurde teilweise durch den sogenannten „DeepSeek-Moment“ im Januar inspiriert, der das unternehmerische Vertrauen stärkte und mit Präsident Xi Jinpings Initiative zur Entwicklung „neuer produktiver Kräfte“ übereinstimmt. Das eigentliche Zentrum der Aufmerksamkeit liegt auf der KI-Innovation – mit Alibaba, das zunehmend als führende Kraft in diesem Bereich gilt und oft als „KI-Motor“ Chinas bezeichnet wird.
ANLEIHEN
Die Anleihemärkte in Europa, den USA und Asien zeigten im vergangenen Monat unterschiedliche Entwicklungen. In Europa blieben die Renditen von Staatsanleihen stabil – 10-jährige Staatsanleihen rentierten zwischen 3,0 % und 3,3 %, da die EZB die Leitzinsen unverändert ließ. Unternehmensanleihen entwickelten sich gut: Investment-Grade-Papiere lagen bei rund 3,0 %, Hochzinsanleihen bei etwa 5,0 % – unterstützt durch sinkende Risikoaufschläge und starke Nachfrage.
In den USA stiegen die Renditen von Staatsanleihen trotz einer Zinssenkung der Fed. Die Rendite 10-jähriger Treasuries kletterte auf etwa 4,15 % bis 4,18 %. Unternehmensanleihen blieben attraktiv: Investment-Grade-Anleihen rentierten bei 4,83 %, Hochzinsanleihen bei 6,53 % – ein Zeichen für enge Spreads und solides Anlegerinteresse.
Für Europa wird ein allmählicher Rückgang der Anleiherenditen bis Ende 2025 und darüber hinaus erwartet. Die EZB hat bereits mit einem Zinssenkungszyklus begonnen und den Einlagensatz auf 2,0 % gesenkt. Weitere Senkungen sind wahrscheinlich, da die Inflation weiter nachlässt und das Wachstum verhalten bleibt. Die EZB dürfte eine weiterhin lockere Haltung einnehmen, um die Wirtschaft angesichts geopolitischer Spannungen und fiskalischer Einschränkungen zu stützen. Kurz- und mittelfristige Anleiherenditen (0–10 Jahre) dürften daher sinken, während langfristige Renditen aufgrund fiskalischer Belastungen und steigender Staatsverschuldung erhöht bleiben könnten. Investment-Grade-Unternehmensanleihen dürften von fallenden Zinsen profitieren, während Hochzinsanleihen angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten volatil bleiben könnten. Im Gegensatz dazu dürften die US-Anleiherenditen kurzfristig erhöht bleiben oder sogar leicht steigen – getrieben durch fiskalische Sorgen, Inflationsrisiken und eine hohe Emissionstätigkeit des US-Finanzministeriums. Die Rendite 10-jähriger Treasuries wird voraussichtlich im Bereich von 4,2 % bis 4,5 % liegen, während die Rendite 30-jähriger Anleihen möglicherweise die 5 %-Marke überschreitet. Dies spiegelt die steigenden Anforderungen der Anleger an eine höhere Kompensation wider – angesichts wachsender Haushaltsdefizite und politischer Unsicherheiten.

Obwohl die Federal Reserve mit Zinssenkungen begonnen hat, dürfte das Tempo vorsichtig bleiben, da die Inflation hartnäckig ist und geopolitische Risiken fortbestehen. Die Zinskurve hat sich zwar normalisiert, doch langfristige Renditen stehen weiterhin unter Aufwärtsdruck – bedingt durch gestiegene Laufzeitprämien und eine nachlassende Nachfrage nach US-Staatsanleihen.
ROHSTOFFE UND WÄHRUNGEN
Bis ins Jahr 2025 hinein hat Gold einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet – getrieben durch eine Kombination aus geopolitischen Spannungen, anhaltender Inflation, Käufen durch Zentralbanken und der Nachfrage von Anlegern nach sicheren Anlageformen. Der Goldpreis ist seit Jahresbeginn um über 40 % gestiegen, durchbrach bereits Anfang des Jahres die Marke von 3‘000 US-Dollar pro Unze und erreichte Höchststände von rund 3‘500 US-Dollar. Anfang Oktober notiert Gold bei etwa 3‘890 US-Dollar pro Unze.
Mit Blick auf das Jahresende 2025 bleibt der Ausblick laut den meisten Analysten und Institutionen weiterhin positiv. Prognosen gehen davon aus, dass Gold das Jahr zwischen 3‘700 und 4‘000 US-Dollar pro Unze abschließen könnte – abhängig von der makroökonomischen Entwicklung und der Geldpolitik der Zentralbanken. Der World Gold Council betont, dass kurzfristige Rücksetzer möglich sind, der übergeordnete Trend jedoch aufwärts gerichtet bleibt – insbesondere bei anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit. Auch für 2026 bleibt die Stimmung optimistisch. Prognosen führender Finanzinstitute wie Goldman Sachs und J.P. Morgan gehen davon aus, dass Gold weiter steigen könnte – auf 4‘000 bis 4‘200 US-Dollar pro Unze bis Mitte oder Ende 2026. Dieses Wachstum dürfte weiterhin durch strukturelle Nachfrage seitens der Zentralbanken, geopolitische Risiken und eine mögliche Lockerung der US-Zinspolitik gestützt werden, was die Attraktivität von Gold als renditelose Anlage erhöht.
Im September 2025 zeigte sich der EUR/USD-Wechselkurs stabil bei etwa 1,17, nach einer moderaten Erholung im Sommer. Der Euro gewann zu Jahresbeginn an Stärke, gestützt durch die Erwartung einer lockeren US-Geldpolitik und robuste Daten aus der Eurozone. Prognosen deuten darauf hin, dass der Euro das Jahr nahe 1,22 beenden könnte.
Der Schweizer Franken wertete im Jahr 2025 deutlich gegenüber dem US-Dollar auf, wobei der USD/CHF-Wechselkurs im September bei rund 0,80 lag. Diese Stärke wurde vor allem durch eine erhöhte globale Risikoaversion und den Status des Frankens als sichere Währung begünstigt. Die Schweiz profitiert weiterhin von einem äußerst stabilen politischen Umfeld, soliden Staatsfinanzen und einem robusten institutionellen Rahmen. Diese Faktoren verringern die Wahrscheinlichkeit inflationärer Maßnahmen und stärken die Glaubwürdigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Infolgedessen bleibt der Franken eine attraktive Anlage in Zeiten erhöhter Marktunsicherheit.
Angesichts dieser Dynamik wird eine weitere Aufwertung des Frankens in den kommenden Monaten und Quartalen erwartet. Die Kombination aus sicherem Hafen, makroökonomischer Stabilität und vorsichtiger Geldpolitik dürfte den Franken gegenüber dem US-Dollar und anderen wichtigen Währungen weiter stärken.