Anlageausblick September 2025
Uristisches Tauzeiten in den USA In der vergangenen Woche urteilte ein Berufungsgericht in den USA, …
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Übersicht
Uristisches Tauzeiten in den USA
In der vergangenen Woche urteilte ein Berufungsgericht in den USA, zahlreiche von Trumps Importzöllen seien „illegal“. Trump habe mit der Verhängung der Zölle seine Befugnisse überschritten. Allerdings ging das Gericht nicht so weit, die Importzölle gleich zu verbieten. Trump kann bis zum 14. Oktober vor dem Obersten Gerichtshof in Berufung gehen. So könnten die Ergebnisse aussehen:
- Der Oberste Gerichtshof rudert zurück und urteilt, dass Trumps Importzölle doch rechtens sind. Diese Wahrscheinlichkeit ist allerdings gering.
- Das Gegenteil wäre ebenfalls möglich, d.h. Trump müsste seine Importzölle aufheben. Das erscheint ebenso unwahrscheinlich. Es würde die internationalen Beziehungen und die Aussichten für die Staatsfinanzen jedenfalls ins totale Chaos stürzen.
- Der Oberste Gerichtshof wird voraussichtlich den Mittelweg wählen. Er kann beschließen, dass eine Reihe von Importzöllen auf Gesetzen basieren, die dafür gar nicht gedacht sind, aber viele Wege können zum Ziel führen: Für die Importzölle könnten nämlich auch andere Gesetze als Basis dienen.
Amerikas Staatsfinanzen standen ohnehin schon sehr schlecht da, aber die Lage wird sich womöglich noch verschlimmern, wenn es dem Staat nicht gelingt, mit den Importzöllen hohe Summen einzunehmen. Wie erwähnt ist unwahrscheinlich, dass der Oberste Gerichtshof sämtliche Importzölle für unzulässig erklären wird, aber zumindest scheint vorläufig vollkommen unklar zu sein, über welche Befugnisse der US-Präsident in diesem Bereich denn überhaupt verfügt. Magerwachstum und die Aussicht auf erheblich niedrigere Staatseinnahmen durch die Importzölle würden die Aussichten für die US-Staatsfinanzen dann stark eintrüben.
Unsere Anlagepolitik

Die Begriffe attraktiv / unattraktiv beschreiben das Renditepotenzial der verschiedenen Anlageklassen. Eine Anlageklasse gilt als attraktiv, wenn ihre erwartete Rendite über der lokalen Cash-Rate liegt. Sie gilt als unattraktiv, wenn die erwartete Rendite negativ ist. Sehr attraktiv / sehr unattraktiv bezeichnen die Einschätzungen des BENDURA Anlagekomitees mit der höchsten Überzeugung. Der Zeithorizont für diese Einschätzungen beträgt 3-6 Monate.
Weltwirtschaft
USA
Der Regierungsstillstand in den Vereinigten Staaten hat die Veröffentlichung verlässlicher Wirtschaftsdaten für die kommenden Wochen faktisch zum Erliegen gebracht. Selbst wenn die Bundesbehörden sofort ihre Arbeit wieder aufnehmen, wird es Zeit brauchen, um den Rückstau zu bearbeiten und die reguläre Berichterstattung wiederherzustellen. Derzeit stammen die einzigen verfügbaren Einblicke von privaten Forschungsinstituten und Stimmungsindikatoren, die jedoch nur ein partielles und mitunter inkonsistentes Bild der wirtschaftlichen Lage vermitteln. Investoren, Unternehmen und politische Entscheidungsträger sind daher gezwungen, Entscheidungen ohne klare Kenntnis der aktuellen Bedingungen zu treffen – vergleichbar mit dem Navigieren durch dichten Nebel.
Die US-Wirtschaft zeigt derzeit ein deutlich zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite treibt der Technologiesektor mit Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) weiterhin das Wachstum voran, wobei Unternehmen erhebliche Investitionen tätigen. Trotz anhaltender Skepsis planen alle vier großen Tech-Konzerne – Meta, Microsoft, Amazon und Alphabet – ihre Investitionsausgaben im Jahr 2026 deutlich zu erhöhen. Meta verdoppelt seine Ausgaben nahezu auf 72 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr, mit weiteren Steigerungen in Aussicht. Alphabet (Google) erhöht seine Investitionen von 85 Milliarden auf 91 bis 93 Milliarden US-Dollar, während auch Amazon und Microsoft aggressive Expansionspläne angekündigt haben. Befürworter dieser Strategie argumentieren, dass eine Unterinvestition bedeuten könnte, im Rennen um allgemeine künstliche Intelligenz (AGI) zurückzufallen. Kritiker hingegen bezweifeln, dass fortlaufende Investitionen in große Sprachmodelle (LLMs) tatsächlich zu AGI führen werden, und verweisen auf die bislang langsame Nutzerakzeptanz und begrenzte Monetarisierung. Auch wenn die langfristigen Erträge dieser Ausgaben ungewiss bleiben, fungiert der Technologiesektor derzeit als wichtiger Wachstumsmotor.
Haushalte mit Beteiligungen an Aktien und Immobilien profitieren ebenfalls von steigenden Vermögenswerten, was ihre Kaufkraft stärkt und den Konsum stützt. Auf der anderen Seite steht ein erheblicher Teil der Bevölkerung unter wirtschaftlichem Druck. Das reale Lohnwachstum steht unter Belastung, die Beschäftigungsdynamik hat nachgelassen, und viele Menschen verfügen über keine finanziellen Rücklagen. Diese Gruppe ist gezwungen, ihre Ausgaben zu reduzieren, was den Gesamtkonsum dämpft und die ungleichmäßige Natur der wirtschaftlichen Erholung verdeutlicht.
Europa
Auch europäische Unternehmen spüren die Auswirkungen der Unsicherheit rund um US-Importzölle und die noch ausstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über deren Rechtmäßigkeit. Infolgedessen bleiben viele europäische Firmen vorsichtig und halten sich mit Investitionen und Neueinstellungen zurück. Diese Zurückhaltung spiegelt sich in der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung der Region wider, wobei das Wachstum unter dem ohnehin bescheidenen Potenzial von rund 1 % liegt. Fiskalische Impulse sind bislang begrenzt geblieben, während der Wettbewerbsdruck aus China weiter zunimmt. Mit Blick auf das kommende Jahr wird erwartet, dass zusätzliche Konjunkturmaßnahmen eingeführt werden. Niedrigere Zinssätze dürften das Wachstum etwas stützen, und eine sich erholende US-Wirtschaft könnte die europäischen Exporte ankurbeln. Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank (EZB) weitere Zinssenkungen vornimmt – bestenfalls könnte noch eine letzte erfolgen. Ab dem Jahr 2026 rechnen wir mit einer allmählichen Beschleunigung des europäischen Wachstums, begleitet von einem klaren Aufwärtstrend bei den langfristigen US-Zinsen. In diesem Umfeld dürften die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen die Marke von 2,8–3,0 % überschreiten.
Asien
Im November zeigte sich das wirtschaftliche Umfeld in Asien weiterhin uneinheitlich. China sieht sich trotz Anzeichen von Widerstandsfähigkeit im Export und in der Industrieproduktion mit internen Herausforderungen konfrontiert. Das BIP-Wachstum wird weiterhin auf rund 4,8 % für das Jahr geschätzt und liegt damit im Rahmen der Regierungsziele, doch die Erholung verläuft zunehmend langsamer. Einzelhandelsumsätze und Verbraucherstimmung bleiben verhalten, und der Immobiliensektor belastet die Inlandsnachfrage weiterhin stark. Die Investitionen in Immobilien sind deutlich rückläufig, während deflationäre Tendenzen anhalten – die Kerninflation liegt bei etwa 0,5 %, die Arbeitslosenquote bei 5,2 %. Die politischen Entscheidungsträger in Peking verfolgen weiterhin einen vorsichtigen Kurs und setzen auf gezielte fiskalische Maßnahmen und Infrastrukturinvestitionen, anstatt auf breit angelegte Konjunkturpakete. In anderen Teilen Asiens zeigten die Märkte unterschiedliche Entwicklungen. Japan und Südkorea verzeichneten nach starken Kursanstiegen zu Beginn des Quartals Gewinnmitnahmen, während der Hang Seng Index in Hongkong von neuem Optimismus profitierte, ausgelöst durch das Handelsabkommen zwischen den USA und China.
Die US-Aktien setzten ihre Gewinnserie im Oktober fort und verzeichneten damit die längste monatliche Aufwärtsbewegung seit vier Jahren. Der S&P 500 stieg um 2,4 %, erzielte den sechsten monatlichen Anstieg in Folge und erreichte das 36. Allzeithoch des Jahres – die stärkste Performance seit August 2021. Auch der Nasdaq Composite legte um 4,8 % zu und verzeichnete damit sieben aufeinanderfolgende Monate mit positiven Renditen, die längste Serie seit Anfang 2018.
Der Optimismus der Anleger wurde durch mehrere Faktoren gestützt: anhaltende Begeisterung rund um Künstliche Intelligenz (KI), sinkende Zinsen und eine Entspannung der Handelsspannungen, nachdem Ex-Präsident Trump seine Zollandrohungen zurückgenommen hatte. Zwar bestehen weiterhin Sorgen über eine mögliche KI-getriebene Marktblase und Anzeichen von Schwäche am Arbeitsmarkt, doch diese wurden weitgehend durch robuste Unternehmensgewinne und aggressive Investitionspläne großer Tech-Konzerne überlagert.
Eine Reihe von positiven Unternehmensmeldungen verstärkte die Zuversicht der Anleger, während die Quartalszahlen der Tech-Branche eine fortgesetzte Ausweitung der Investitionen in KI-Infrastruktur zeigten. Das Ausmaß der Investitionen ist bemerkenswert: Allein im September nahmen große Tech-Unternehmen über 75 Milliarden US-Dollar durch Investment-Grade-Anleihen auf, um KI-Rechenzentren zu finanzieren. Zusätzlich syndizieren Banken weitere 38 Milliarden US-Dollar an Krediten, die mit Oracle- und Vantage-Projekten verbunden sind. Zum Vergleich: Vor der Pandemie lag die durchschnittliche jährliche Schuldenaufnahme dieser Unternehmen bei rund 37 Milliarden US-Dollar.
Diese Ausgabenwelle wirft Fragen zur Nachhaltigkeit auf. Die starke Marktreaktion auf Metas Ankündigung deutlich höherer Investitionen für 2026 deutet darauf hin, dass Anleger zunehmend vorsichtig werden, ob sich diese Expansion allein aus dem operativen Cashflow finanzieren lässt. Dennoch bleibt die Begründung für weitere Investitionen klar: Die bestehende Infrastruktur reicht bei weitem nicht aus, um die prognostizierte Nachfrage zu decken. Fest steht: Der Einfluss der sogenannten „Magnificent Seven“ Tech-Giganten war noch nie so groß, und ihre strategischen Entscheidungen prägen zunehmend sowohl die Marktstimmung als auch die Kapitalströme.

Europäische Aktien zeigten im Oktober eine starke Entwicklung, wobei alle wichtigen Indizes im positiven Bereich schlossen. Der FTSE 100, DAX, CAC 40 und IBEX erreichten jeweils neue Höchststände, was das breite Vertrauen der Anleger in der Region widerspiegelt. Positive Impulse kamen von einem unterstützenden politischen Umfeld und einer Entspannung der Handelsspannungen. Die Anlegerstimmung wurde zusätzlich durch niedrige Erwartungen vor Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal und zunehmenden Optimismus für das kommende Jahr gestärkt. Die Berichtssaison in Europa begann überraschend stark: Über die Hälfte der bisher berichtenden Unternehmen erzielte ein Wachstum des Gewinns pro Aktie und eine überdurchschnittliche Quote positiver Überraschungen. Die Europäische Zentralbank bevorzugt derzeit weiterhin eine lockere geldpolitische Haltung, was die relative Stärke europäischer Aktien gegenüber US-Titeln kurzfristig unterstützt.
Der südkoreanische Kospi ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen und ist damit der weltweit am besten performende große Index. Die Rallye spiegelt die starke Begeisterung der Anleger für künstliche Intelligenz, Reformen der Unternehmensführung und boomende Exporte wider. Zu den wichtigsten Treibern zählen Samsung Electronics und SK Hynix, die zusammen einen großen Teil des Index ausmachen und aufgrund der steigenden Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitsspeicherchips deutliche Kursgewinne verzeichneten. Auch die Bemühungen der Regierung zur Verbesserung der Markttransparenz und zur Förderung ausländischer Investitionen haben dazu beigetragen, wobei ausländische Anleger in den letzten Monaten zu Netto-Käufern wurden.
Die japanischen Aktienmärkte verzeichneten ebenfalls einen starken Oktober. Der Nikkei 225 überschritt die Marke von 48.000 Punkten, und der TOPIX erreichte neue Höchststände. Die Rallye wurde durch politische Entwicklungen beflügelt, insbesondere durch den Wahlsieg von Sanae Takaichi, die voraussichtlich Japans erste Premierministerin wird und eine expansive Fiskal- und Geldpolitik im Stil von Abenomics verfolgen dürfte. Der Optimismus der Anleger wurde zusätzlich durch die Erwartung verstärkter staatlicher Ausgaben in wachstumsstarken Sektoren wie künstliche Intelligenz, Halbleiter und Verteidigung gestützt. Die chinesischen Indizes CSI 300 und Shanghai Composite hatten bereits früher im Jahr eine Rallye erlebt und mehrjährige Höchststände erreicht, getragen von Optimismus über staatliche Konjunkturmaßnahmen und KI-bezogene Sektoren. Mitte Oktober jedoch trübten erneute Handelsspannungen zwischen den USA und China, darunter Zolldrohungen und Streitigkeiten über seltene Erden, die Stimmung. Beide Indizes gaben daraufhin nach. Dennoch blieb der Markt insgesamt stabil. Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Halbleiter zogen weiterhin Anlegerinteresse auf sich, und die Gewinnberichte von Schlüsselunternehmen wie Luxshare und Foxconn zeigten ein starkes jährliches Wachstum.
Anleihen
Die Renditen europäischer Staatsanleihen sind im Oktober leicht gesunken. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen im Euroraum fiel von etwa 3,18 Prozent Ende September auf 3,09 Prozent am 30. Oktober. Dies spiegelt nachlassenden Inflationsdruck und gedämpfte Wachstumserwartungen wider. Auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ging leicht zurück, während die Renditen britischer Gilts mit zehnjähriger Laufzeit um 22 Basispunkte sanken – ein Zeichen für eine allgemein weichere Entwicklung der langfristigen Zinsen in der Region.
Europäische Unternehmensanleihen entwickelten sich im Oktober gut, unterstützt durch lockerere Finanzierungsbedingungen, sinkende Zinsen und eine moderierende Inflation. Sowohl Investment-Grade- als auch Hochzinsanleihen erzielten positive Renditen, wobei Anleihen mit BBB-Rating besonders gut abschnitten – begünstigt durch eine geringe Herabstufungsrate in den Ramschbereich.
Mit Blick auf das Jahr 2026 ist davon auszugehen, dass die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen die Marke von 2,8 bis 3,0 Prozent überschreiten werden. Langfristig dürfte zusätzlicher Aufwärtsdruck auf die Zinsen in Europa entstehen – bedingt durch hohe Haushaltsdefizite, steigende Schuldenstände und anhaltend höhere Inflation.

Nach den jüngsten Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell, die Besorgnis über ein nachlassendes Wachstum erkennen lassen, sind die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen gesunken. Solange die wirtschaftliche Dynamik verhalten bleibt, dürften die Renditen unter 4,3 Prozent bleiben. Sollte das Wachstum jedoch wieder anziehen und sich die Inflation als hartnäckig erweisen, könnten die Renditen in Richtung 5 Prozent steigen – ein Anstieg, der durch die fortgesetzte Ausweitung des Haushaltsdefizits zusätzlich verstärkt werden dürfte.
Wir gehen davon aus, dass das US-Wirtschaftswachstum kurzfristig auf einen Bereich zwischen 1,5 und 2,5 Prozent zurückgehen wird, was auf eine allmähliche Abschwächung hindeutet. Die Inflation dürfte sich nur leicht abschwächen und könnte sogar wieder leicht anziehen. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einer weiteren Zinssenkung durch die Federal Reserve – voraussichtlich gegen Ende 2025 oder Anfang 2026.

Chart 3: Investors expect the FED will deliver more cuts. Source: LSEG Datastream / ECR Research, www.ecrresearch.com
Rohstoffe und Währungen
Gold verzeichnete im Oktober einen volatilen, aber insgesamt starken Monat. Am 21. Oktober erreichte der Preis ein Rekordhoch von 4.381 US-Dollar pro Unze, bevor er am folgenden Tag um 5,5 Prozent fiel – der stärkste Tagesrückgang seit fünf Jahren. Trotz dieser Korrektur erzielte Gold einen Monatsgewinn von rund 3,7 Prozent und schloss bei etwa 4.005 US-Dollar. Die Rallye wurde durch Käufe von Zentralbanken, Zuflüsse in ETFs und erhöhte geopolitische Risiken angetrieben, während der Rückgang vor allem auf Gewinnmitnahmen und einen stärkeren US-Dollar zurückzuführen war. Insgesamt war der Oktober der dritte Monat in Folge mit Kursgewinnen, und die Jahresperformance liegt bei über 50 Prozent – ein deutlicher Hinweis auf die Rolle von Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.
Die Ölpreise sind weiter gefallen, da die Sorge über ein globales Überangebot und eine nachlassende Nachfrage zunimmt. Brent-Öl notierte zuletzt bei etwa 63 US-Dollar pro Barrel, während WTI bei rund 59 US-Dollar lag – der dritte monatliche Rückgang in Folge. Der Preisverfall ist auf die steigende Produktion von OPEC+, US-Schieferölproduzenten und anderen Nicht-OPEC-Ländern sowie auf eine schwache Nachfrage in wichtigen Märkten wie den USA zurückzuführen. Zwar führten neue US-Sanktionen gegen russisches Öl Ende Oktober kurzfristig zu einem Preisanstieg, doch der Ausblick bleibt insgesamt negativ. Prognosen gehen davon aus, dass Brent bis Jahresende auf 60 US-Dollar und bis Ende 2026 möglicherweise auf 50 US-Dollar fallen könnte.
Die unterschiedlichen geld- und fiskalpolitischen Entwicklungen haben den EUR/USD zuletzt belastet. Mit Blick auf die kommenden Monate wird jedoch erwartet, dass das US-Wachstum nachlässt, während sich Europa allmählich erholt – unterstützt durch niedrigere Zinsen und fiskalische Maßnahmen. Diese Entwicklung dürfte zu einem Anstieg des EUR/USD in Richtung 1,20 bis 1,22 führen.
Der Schweizer Franken (CHF) hat gegenüber dem Euro (EUR) zuletzt moderate Stärke gezeigt, wobei der Wechselkurs derzeit bei etwa 0,93 EUR pro CHF liegt. In den vergangenen Monaten bewegte sich das Währungspaar in einer relativ stabilen Spanne zwischen 0,927 und 0,944 EUR/CHF. Diese Stabilität wird durch die Nullzinspolitik der Schweiz, niedrige Inflation und die Rolle des Franken als sicherer Hafen in geopolitisch angespannten Zeiten gestützt. Der Euro hingegen leidet unter schwachen deutschen Exportdaten und politischer Unsicherheit in der Eurozone. Mit Blick auf die nahe Zukunft wird der EUR/CHF-Kurs um das Level 0.93 erwartet mit Potenzial bis maximum 0.955. Mittelfristig wird das Währungspaar jedoch eher tiefer im Bereich 0.90 erwartet.