Anlageausblick September 2026
Sorgen über die hohe Verschuldung & staatlicher Intervention Der August verlief im Vergleich zu den …
Overview
Sorgen über die hohe Verschuldung & staatlicher Intervention
Der August verlief im Vergleich zu den Vormonaten relativ ruhig. Dennoch wurden die Marktdebatten weiterhin von Sorgen über die Staatsverschuldung, Interventionen an den Anleihemärkten und die Geldpolitik dominiert. Zu Beginn des Monats führten schwächere US-Arbeitsmarkt- und Einzelhandelsdaten dazu, dass die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) im September zurückgingen. Dies unterstützte risikobehaftete Anlageklassen und belebte das Anlegerinteresse an Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) erneut. Das Vertrauen in das KI-Investmentthema wurde zusätzlich durch umfangreiche Infrastrukturinvestitionen sowie starke Geschäftszahlen von Nvidia gestärkt. Das Umsatzwachstum von 106 % gegenüber dem Vorjahr unterstrich die weiterhin robuste Nachfrage, trotz anhaltender Kursschwankungen der Aktie.
Ein zentrales Thema war der Anstieg der langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen. Diese Entwicklung erhöht den Refinanzierungsdruck auf die US-Staatsverschuldung, die zuletzt die Marke von 40 Billionen USD überschritten hat. US-Finanzminister Scott Bessent reagierte mit Massnahmen, die auf eine Begrenzung des Renditeanstiegs abzielten. Seine Unterstützung des japanischen Yen sollte nicht nur zur Stabilisierung der Devisenmärkte beitragen, sondern auch den Druck auf Japan reduzieren, die Zinsen anzuheben oder US-Staatsanleihen zu verkaufen. Beide Entwicklungen hätten die Renditen in den USA zusätzlich nach oben treiben können.
Im weiteren Monatsverlauf kündigte das US-Finanzministerium Pläne zum Rückkauf langfristiger Staatsanleihen im Umfang von mehreren zehn Milliarden US-Dollar an. Die Wirkung dieser Massnahmen blieb jedoch begrenzt. Zwar gingen die Renditen kurzfristig zurück, nahmen anschliessend jedoch ihren Aufwärtstrend wieder auf. Viele Marktteilnehmer werteten das Programm als Versuch, die Marktpreise zu beeinflussen, anstatt die zugrunde liegenden fiskalischen Probleme anzugehen. Kritiker argumentierten, dass das steigende US-Haushaltsdefizit weiterhin die Hauptursache für die Volatilität am Anleihemarkt darstelle und Anleiherückkäufe das strukturelle Problem nicht lösen würden. Die verhaltene Marktreaktion verdeutlichte die zunehmenden Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik sowie an der langfristigen Tragfähigkeit der Staatsfinanzen.
In der Folge passten sich die Märkte entsprechend an. Nach der Ankündigung der Anleiherückkäufe verlor der US-Dollar an Wert, während der Goldpreis anzog. Dies deutete auf eine zunehmende Vorsicht der Anleger gegenüber US-Vermögenswerten hin. Anschliessend richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Rede des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh beim Jackson Hole Symposium. Da die Massnahmen des US-Finanzministeriums durch niedrigere Renditen und einen schwächeren US-Dollar faktisch zu einer Lockerung der Finanzierungsbedingungen führten, suchten Investoren nach weiteren Hinweisen zur zukünftigen Geldpolitik. Warsh äusserte sich deutlich restriktiv („hawkish“), wodurch die Erwartung gestärkt wurde, dass die Zinsen länger auf einem hohen Niveau bleiben könnten und das Risiko weiterer geldpolitischer Straffungen gestiegen ist. Mit Blick nach vorn bleibt das Anlageumfeld anspruchsvoll. Die globalen Anleiherenditen bewegen sich nahe mehrerer Jahrzehnthochs, die geopolitischen Spannungen haben zugenommen und die Aktienmärkte notieren trotz einer nur gemischten Anlegerstimmung weiterhin in der Nähe ihrer Rekordstände. Die anstehenden Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten werden für die weiteren geldpolitischen Erwartungen entscheidend sein. Gleichzeitig dürften die bevorstehenden US-Zwischenwahlen zusätzliche Unsicherheit in die Märkte bringen. Insgesamt könnten hohe Bewertungen, restriktivere Finanzierungsbedingungen und geopolitische Risiken die Risikobereitschaft der Anleger kurzfristig begrenzen.
Our investment policy

Die Begriffe attraktiv / unattraktiv beschreiben das Renditepotenzial der verschiedenen Anlageklassen. Eine Anlageklasse gilt als attraktiv, wenn ihre erwartete Rendite über der lokalen Cash-Rate liegt. Sie gilt als unattraktiv, wenn die erwartete Rendite negativ ist. Sehr attraktiv / sehr unattraktiv bezeichnen die Einschätzungen des BENDURA Anlagekomitees mit der höchsten Überzeugung. Der Zeithorizont für diese Einschätzungen beträgt 3-6 Monate.
Global Economy
USA
Die US-Wirtschaft zeigt sich trotz des weiterhin hohen Zinsniveaus bemerkenswert robust.
Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im August deutlich stärker als erwartet. Es wurden 162.000 neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) geschaffen und damit die Markterwartungen klar übertroffen. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,1 % auf einem stabilen Niveau und unterstrich die anhaltende Stärke des Arbeitsmarktes. Das Beschäftigungswachstum wurde vor allem vom Dienstleistungssektor getragen, insbesondere durch die Bereiche Gastgewerbe und öffentliche Bildung. Auch das verarbeitende Gewerbe verzeichnete moderate Beschäftigungszuwächse. Demgegenüber ging die Beschäftigung im Informationssektor zurück, was auf Effizienzsteigerungen und Restrukturierungsmassnahmen im Zuge der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zurückzuführen ist. Das Lohnwachstum blieb mit 3,1 % gegenüber dem Vorjahr moderat, während die Erwerbsquote auf 61,6 % anstieg. Dies deutet darauf hin, dass wieder mehr US-Amerikaner dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Die US-Notenbank (FED) beliess den Leitzins im Juli unverändert in einer Bandbreite von 3,50 % bis 3,75 %. Angesichts des weiterhin bestehenden Inflationsdrucks und der Robustheit des Arbeitsmarktes gehen die Finanzmärkte zunehmend davon aus, dass die Fed das aktuelle Zinsniveau länger beibehalten wird. Sollten die kommenden Inflationsdaten weiterhin eine erhöhte Preisdynamik signalisieren, könnten zusätzliche geldpolitische Straffungsmassnahmen erforderlich werden. Für die kommenden Quartale wird ein Wirtschaftswachstum von rund 2 % erwartet, gestützt durch anhaltend hohe Investitionen in den Technologiesektor. Gleichzeitig deuten die jüngsten Konjunkturdaten aus dem verarbeitenden Gewerbe weiterhin auf eine leichte Abschwächung der industriellen Aktivität hin. Insgesamt präsentiert sich die US-Wirtschaft jedoch weiterhin robust und widerstandsfähig gegenüber den restriktiven Finanzierungsbedingungen.
Europa
Die Eurozone sieht sich erneut mit steigenden Inflationsrisiken konfrontiert, nachdem die Energiepreise deutlich angezogen haben.
Die jährliche Inflationsrate stieg im August auf 3,3 % und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Jahren. Hauptursache hierfür war ein Anstieg der Energiepreise um 14,3 %. Diese Entwicklung war vor allem auf Störungen in den globalen Lieferketten sowie auf verschärfte geopolitische Spannungen rund um die Strasse von Hormus zurückzuführen, die die internationalen Öl- und Gaspreise nach oben trieben.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Kerninflation mit 2,4 % stabil blieb. Gleichzeitig verlangsamte sich die Inflation im Dienstleistungssektor, was darauf hindeutet, dass der zugrunde liegende binnenwirtschaftliche Preisdruck derzeit weiterhin vergleichsweise moderat ausfällt.
Die wirtschaftliche Aktivität zeigte sich bislang widerstandsfähig. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal wurde auf 0,6 % nach oben revidiert. Unterstützt wurde die Konjunktur insbesondere durch eine stärkere Exporttätigkeit sowie eine robuste Entwicklung im Tourismussektor.
Trotz dieser positiven Entwicklungen bestehen weiterhin strukturelle Herausforderungen für das Wirtschaftswachstum der Eurozone. Insbesondere in Deutschland und Frankreich bleibt die wirtschaftliche Dynamik gedämpft, wodurch das mittelfristige Wachstumspotenzial der Region weiterhin belastet wird.
Asien
Asien bleibt ein zentraler Wachstumstreiber der globalen Wirtschaft, auch wenn die Entwicklung innerhalb der Region weiterhin uneinheitlich verläuft.
In China kehrte der Industriesektor wieder auf einen moderaten Wachstumspfad zurück. Der Caixin Manufacturing PMI stieg auf 50,5 Punkte und signalisiert damit eine Expansion der industriellen Aktivität. Gleichzeitig bleibt die schwache Binnennachfrage ein wesentlicher Belastungsfaktor für den Wirtschaftsausblick. Für das laufende Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von rund 4,5 % bis 4,6 % erwartet.
Auch andere asiatische Volkswirtschaften profitieren weiterhin von der zunehmenden Diversifizierung globaler Lieferketten. Insbesondere Indien und Vietnam verzeichnen ein solides Wirtschaftswachstum von rund 6,5 % beziehungsweise 6,3 %. Beide Länder profitieren von verstärkten Investitionen internationaler Unternehmen und einer Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Asien.
Südkorea profitiert weiterhin von der starken globalen Nachfrage nach Halbleitern und Technologien im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die daraus resultierenden Exportimpulse unterstützen die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Technologiesektors. An den Devisenmärkten blieb die Entwicklung der asiatischen Währungen ein zentrales Thema. Die japanischen Behörden beobachteten die Schwankungen des Yen angesichts der erhöhten Marktvolatilität besonders aufmerksam. Gleichzeitig sahen sich mehrere asiatische Zentralbanken zunehmendem Druck ausgesetzt, ihre Geldpolitik zu straffen, da steigende Rohstoffpreise die Inflationsrisiken in der Region erhöht haben.
Die globalen Aktienmärkte konnten sich im August erholen und einen Grossteil der Schwäche des Vormonats wieder wegmachen, obwohl die Anleiherenditen weiter stiegen und die geopolitischen Unsicherheiten zunahmen. Unterstützt wurde die Anlegerstimmung durch starke Unternehmensgewinne, insbesondere in den USA, sowie durch ein erneutes Vertrauen in das Investmentthema Künstliche Intelligenz (KI). Der Nasdaq verzeichnete ein Plus von knapp 4 % und entwickelte sich damit besser als der breite S&P 500, der um 2,6 % zulegte. Die Marktbreite verbesserte sich dabei spürbar, da die Kursgewinne nicht mehr ausschliesslich von den grossen Technologieunternehmen getragen wurden. Gleichgewichtete Indizes entwickelten sich zunehmend besser als klassische nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes, was auf eine schrittweise Verbreiterung der Marktführerschaft hindeutet.
Die Ergebnisse der US-Unternehmen blieben ein wesentlicher Treiber der Marktentwicklung. Rekordgewinne und eine besser als erwartete Berichtssaison für das zweite Quartal stärkten das Vertrauen in den wirtschaftlichen Ausblick. Die sogenannten „Magnificent 7“ erzielten aussergewöhnlich starke Ergebnisse, wobei das aggregierte Gewinnwachstum gegenüber dem Vorjahr mehr als 118 % betrug und damit deutlich über dem Marktdurchschnitt lag. Die Geschäftszahlen von Nvidia bestätigten erneut die hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Zudem hoben Analysten ihre Gewinnerwartungen für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 weiter an.
Gleichzeitig verdient die Qualität der ausgewiesenen Gewinne besondere Aufmerksamkeit. Ein erheblicher Teil der Gewinne mehrerer grosser Technologieunternehmen resultierte aus nicht realisierten Bewertungsgewinnen auf Beteiligungen und nicht aus dem operativen Kerngeschäft. Dadurch entstehen Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit und der tatsächlichen Ertragskraft dieser Unternehmen.
Neben den Gewinnzahlen rücken für Investoren zunehmend die Entwicklung der Cashflows und die Kapitalallokation in den Fokus. Die grössten Profiteure des KI-Booms investieren weiterhin erhebliche Mittel in Rechenzentren, Halbleiter und die dazugehörige Infrastruktur. Der freie Cashflow der führenden Hyperscaler hat sich aufgrund deutlich steigender Investitionsausgaben spürbar verschlechtert. Gleichzeitig haben führende Technologieunternehmen ausserhalb ihrer Bilanzen Verpflichtungen von schätzungsweise rund 3 Billionen US-Dollar aufgebaut, die überwiegend mit zukünftigen KI-Investitionen verbunden sind. Diese Verpflichtungen unterstreichen zwar das Vertrauen in die langfristigen Wachstumsaussichten, erhöhen jedoch gleichzeitig die finanziellen Verpflichtungen und Umsetzungsrisiken.
Die europäischen Aktienmärkte entwickelten sich uneinheitlich. Der STOXX Europe 600 verzeichnete den fünften monatlichen Anstieg in Folge, unterstützt durch robuste Konjunkturdaten und besser als erwartete Unternehmensergebnisse. Der deutsche DAX entwickelte sich überdurchschnittlich, während der französische CAC und der britische FTSE 100 aufgrund politischer Unsicherheiten und sektorspezifischer Belastungsfaktoren zurückblieben.
Der Sektor Grundstoffe profitierte von höheren Rohstoffpreisen, einem schwächeren US-Dollar sowie sinkenden Erwartungen an kurzfristige geldpolitische Straffungen. Auch die Technologie- und Industriesektoren entwickelten sich positiv, gestützt durch Investitionen in KI-Infrastruktur und erhöhte Verteidigungsausgaben. Dagegen blieben die Sektoren Nahrungsmittel & Getränke sowie Immobilien hinter dem Gesamtmarkt zurück, da Investoren aus defensiven Bereichen umschichteten und zinssensitive Anlagen weiterhin mit Vorsicht betrachteten.
Die asiatischen Aktienmärkte konnten sich überwiegend erholen, wobei sich die Entwicklung zwischen den einzelnen Ländern und Sektoren deutlich unterschied. Südkorea, Taiwan und Japan verzeichneten Kursgewinne, unterstützt durch stärkere Währungen und eine verbesserte Marktstimmung. Gleichzeitig verlagerte sich das Anlegerinteresse verstärkt in die Bereiche Industrie, Gesundheitswesen und ausgewählte kleinere Technologieunternehmen.
Australien entwickelte sich überdurchschnittlich positiv und profitierte insbesondere von der Stärke der Gold- und Bergbauwerte. Demgegenüber stand der Hang Seng Index in Hongkong unter Druck. Belastet wurde die Entwicklung vor allem durch Technologie- und Konsumunternehmen, da Investoren Bedenken hinsichtlich hoher Investitionsausgaben, einer schwächeren Konsumnachfrage und eines verhaltenen Wirtschaftsausblicks äusserten.
Mit Blick auf die kommenden Monate bleibt das Marktumfeld grundsätzlich konstruktiv, wird jedoch zunehmend komplexer. Steigende Renditen, hohe Aktienbewertungen und geopolitische Spannungen stellen insbesondere während der saisonal häufig schwächeren „September-Phase“ Herausforderungen dar. Dennoch bleiben die wirtschaftlichen Fundamentaldaten insgesamt unterstützend. Die Dynamik der Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz zeigt bislang keine Anzeichen einer Abschwächung, während sich die Gewinnerwartungen der Unternehmen weiter verbessern. Vor diesem Hintergrund erscheint ein ausgewogener Anlageansatz weiterhin sinnvoll. Neben einer Beteiligung an langfristigen Wachstumsthemen wie Künstlicher Intelligenz empfiehlt sich eine Ergänzung durch Sachwerte sowie defensive Sektoren wie Gesundheitswesen und Software. Kurzfristige Marktschwankungen bleiben zwar wahrscheinlich, der mittelfristige Ausblick erscheint jedoch weiterhin moderat positiv, sofern sich Inflation und Anleiherenditen auf einem kontrollierten Niveau stabilisieren.

Bonds
Der August wurde von steigenden globalen Anleiherenditen und zunehmenden Sorgen hinsichtlich der langfristigen Tragfähigkeit der Staatsfinanzen geprägt, insbesondere in den USA. Im Fokus der Investoren stand die Entscheidung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen auszuweiten, nachdem die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen den höchsten Stand seit nahezu zwei Jahrzehnten erreicht hatten. Während die US-Behörden das Programm als Massnahme zur Liquiditätssteuerung bezeichneten, werteten viele Marktteilnehmer es als Versuch, die Finanzierungskosten des Staates zu begrenzen, anstatt die zugrunde liegenden Probleme einer rasch steigenden Staatsverschuldung und anhaltend hoher Haushaltsdefizite anzugehen. Entsprechend dürften Eingriffe am Anleihemarkt lediglich vorübergehende Entlastung bringen und die langfristige Entwicklung der Renditen kaum nachhaltig beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass sowohl die US-Notenbank (FED) als auch die Europäische Zentralbank (EZB) an einer vergleichsweise restriktiven Geldpolitik festhalten werden. Fiskalische Unterstützungsmassnahmen, robuste Arbeitsmärkte und anhaltende Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz dürften die wirtschaftliche Aktivität weiterhin stützen. Gleichzeitig sorgen erhöhte Energie- und Lebensmittelpreise für anhaltende Aufwärtsrisiken bei der Inflation. Daher sehen wir nur begrenzten Spielraum für geldpolitische Lockerungen und rechnen in den kommenden Quartalen weiterhin mit zusätzlichen Zinserhöhungen.
Unser Basisszenario geht davon aus, dass die langfristigen Renditen ihren Aufwärtstrend schrittweise fortsetzen werden. Ausschlaggebend hierfür sind die zunehmenden Sorgen über die öffentlichen Finanzen, strukturelle Haushaltsdefizite sowie der steigende Kapitalbedarf, der das Angebot an verfügbaren Finanzmitteln übersteigt. Für die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erwarten wir einen Anstieg von derzeit rund 4,85 % auf etwa 5,25 % im mittelfristigen Zeithorizont. Kurzfristige Gegenbewegungen und temporäre Renditerückgänge bleiben dabei jedoch jederzeit möglich.
Trotz dieses Ausblicks hat sich die Stimmung der Anleiheinvestoren deutlich eingetrübt, während die aktuellen Renditeniveaus zunehmend attraktivere Einstiegsmöglichkeiten bieten. Vor diesem Hintergrund halten wir insgesamt an einer neutralen Positionierung bei Staatsanleihen fest. Gleichzeitig bevorzugen wir weiterhin eine kürzere Duration als die jeweilige Benchmark, da wir von weiteren steigenden Realrenditen ausgehen.
In Europa erwarten wir, dass die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen im mittelfristigen Verlauf schrittweise von derzeit rund 3,25 % auf einen Bereich von etwa 3,5 % bis 3,75 % ansteigt. Diese Entwicklung reflektiert sowohl den anhaltenden Renditeauftrieb innerhalb Europas als auch die Auswirkungen des globalen Zinsumfelds.

Commodities & Currencies
Die Währungs- und Rohstoffmärkte wurden im August massgeblich von steigenden Anleiherenditen, fiskalischen Bedenken und geopolitischen Entwicklungen beeinflusst. Der US-Dollar gab gegenüber dem Euro und dem britischen Pfund leicht nach, konnte jedoch gegenüber dem japanischen Yen zulegen, nachdem koordinierte Massnahmen der USA und Japans zur Stabilisierung der Währungsmärkte ergriffen worden waren.
Die Edelmetalle entwickelten sich ausgesprochen positiv. Gold und Silber verzeichneten deutliche Kursgewinne, da Anleger Schutz vor politischer Unsicherheit sowie vor den Risiken einer möglichen Monetarisierung der Staatsverschuldung suchten. Auslöser hierfür waren insbesondere die erweiterten Rückkaufprogramme für US-Staatsanleihen durch das US-Finanzministerium. Auch Bitcoin legte deutlich zu und profitierte von einer verbesserten Risikostimmung sowie einer steigenden Nachfrage nach alternativen Wertspeichern.
Die Ölpreise blieben volatil. Einerseits sorgten verbesserte Transport- und Lieferbedingungen durch die Strasse von Hormus für Entspannung, andererseits belasteten zunehmende geopolitische Spannungen im Nahen Osten und in Osteuropa weiterhin die Marktstimmung. Der Versuch des US-Finanzministeriums, den Anstieg langfristiger Renditen einzudämmen, verstärkte die Sorgen hinsichtlich der langfristigen Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen und löste eine erneute Diskussion über die zukünftige Rolle von US-Staatsanleihen in globalen Portfolios aus. Gleichzeitig wirkten höhere Realzinsen sowie die anhaltende Schwäche des chinesischen Immobilienmarktes dämpfend auf die allgemeine Rohstoffnachfrage. Unterstützend wirkten hingegen strategische Lageraufstockungen, Infrastrukturinvestitionen sowie Ausgaben im Zusammenhang mit der Energiewende.
Während die jüngsten Wirtschaftsdaten kurzfristig eher für Europa als für die USA sprachen, erwarten wir, dass diese Entwicklung vorübergehender Natur sein wird. Das Wirtschaftswachstum in den USA dürfte sich wieder in Richtung 2,5 % bewegen, gestützt durch anhaltende Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, eine robuste Binnennachfrage und die hohe energiepolitische Unabhängigkeit des Landes. Demgegenüber dürfte das Wirtschaftswachstum der Eurozone in der Nähe von 1 % verbleiben. In Kombination mit den erwarteten höheren US-Zinsen sollte dies den US-Dollar mittelfristig unterstützen. Daher erwarten wir nicht, dass der EUR/USD-Wechselkurs nachhaltig deutlich über 1,18 ansteigt, und gehen weiterhin von einer graduellen Bewegung in Richtung 1,12 in den kommenden Quartalen aus.
Für Rohstoffe bleibt der Ausblick trotz höherer Realzinsen insgesamt konstruktiv. Die anhaltende geopolitische Unsicherheit, die fortschreitende Elektrifizierung, der steigende Investitionsbedarf im Zusammenhang mit Klimaschutzmassnahmen sowie Risiken für die globale Agrarproduktion dürften die Nachfrage weiterhin stützen. Insbesondere die Energiemärkte bleiben anfällig für geopolitische Risiken, wodurch Rohstoffe weiterhin eine wichtige Diversifikationsfunktion innerhalb von Portfolios erfüllen.
Gold steht weiterhin unter dem Einfluss gegenläufiger Faktoren. Einerseits stellen höhere Realzinsen traditionell einen Belastungsfaktor für das Edelmetall dar. Andererseits sorgen zunehmende Bedenken hinsichtlich der Staatsfinanzen, mögliche Formen finanzieller Repression sowie anhaltende Käufe durch Zentralbanken für wichtige Unterstützung. Darüber hinaus deuten technische Marktindikatoren darauf hin, dass die jüngste Korrekturphase weitgehend abgeschlossen sein könnte.
Regional betrachtet dürfte der Euro kurzfristig durch robuste Wirtschaftsdaten und die Erwartung weiterer geldpolitischer Straffungen durch die Europäische Zentralbank gestützt bleiben. Mittelfristig stellen jedoch politische Risiken sowie eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit weiterhin bedeutende Herausforderungen dar.
Der japanische Yen könnte von einer weiteren Normalisierung der Geldpolitik durch die Bank of Japan profitieren, nachdem die jüngsten Interventionen zur Stabilisierung der Währung erste Wirkung gezeigt haben. Der Schweizer Franken bleibt aufgrund der soliden Finanzlage der Schweiz und der vergleichsweise niedrigen Inflation weiterhin ein attraktiver defensiver Anlagehafen.
Insgesamt bleiben wir für Rohstoffe und Gold als strategische Diversifikationsbausteine positiv gestimmt. Gleichzeitig erwarten wir, dass der US-Dollar im mittelfristigen Verlauf wieder an Stärke gewinnen wird, da sich die Wachstums- und Zinsdifferenzen zugunsten der Vereinigten Staaten erneut stärker bemerkbar machen dürften.
