Hongkong feiert den 25. Jahrestag der Übergabe von Großbritannien an China

Am 1. Juli 1997 gab Großbritannien den Stadtstaat Hongkong formell an China zurück und beendete damit die 156 Jahre währende britische Kolonialherrschaft. In einer gemeinsamen Vereinbarung hat Peking in diesem Zuge einer 50-jährigen Halbautonomie für Hong Kong zugestimmt. Dies beinhaltet die Erhaltung und Ausbau der Demokratie unter dem Motto "ein Land - zwei Systeme".

Jetzt, 25 Jahre später, feierte Hong Kong diesen Jahrestag mit einer Zeremonie, an der auch der chinesische Präsident Xi Jinping teilnahm. Dies war seine erste Reise ausserhalb des Festlandes seit Beginn der COVID-Pandemie. In seiner Ansprache lobte Xi Jinping die bisherige Entwicklung Hong Kongs und unterstrich dessen Rolle als internationales Finanzzentrum. Die Stadt hat und wird auch in der Zukunft wichtige Aufgaben in der Entwicklung Chinas übernehmen.

Wenige Tage vor den Feierlichkeiten kritisierten britische und amerikanische Vertreter, dass Peking die damals getroffene Vereinbarung nicht genügend respektiere und Einfluss auf das politische Geschehen in Hong Kong nehme. Diesen Kritikern entgegnete Xi Jinping in seiner Rede, dass China stets im Interesse Hong Kongs handle und keine Absichten bestehen, die Autonomie einzuschränken. Zudem deutete er an, dass durchaus für die Möglichkeit besteht, das derzeitige System auch nach Ablauf der 50 Jahre weiterzuführen. Er sagte: „ Für ein derart gutes System gibt es keinen Grund, es zu ändern. Es muss langfristig beibehalten werden.” Der Hauptfokus liege auf Stabilität. Denn nur durch Stabilität kann Wohlstand entstehen.

Im Zuge der diesjährigen Feierlichkeiten wurde auch Hong Kongs neuer Chief Executive John Lee für seine Amtszeit von 5 Jahre angelobt. Dieser übernimmt das Amt von Carrie Lam und war der frühere Sicherheitsminister der Stadt. Er kündigte an, ein neues Kapitel aufschlagen zu wollen und die demokratischen Rechte der Einwohner zu schützen. Peking spricht ihm dafür vollstes Vertrauen aus. Zudem werde er daran arbeiten, die internationale Stellung Hong Kongs zu stärken und betonte die Wichtigkeit von ausländischem Kapital.

Auch wenn die internationale Reputation Hong Kongs in den letzten 2 Jahren durch das neu eingeführte nationale Sicherheitsgesetz und den strikten COVID-Massnahmen etwas gelitten hat, ist der Ausblick positiv. Das Common Law-System, unabhängige Gerichte, freier Kapitalfluss und Handel, ein einfaches und niedriges Steuersystem und eine effiziente Regierung machen Hong Kong auch weiterhin zum idealen Eintrittstor für den chinesischen Markt. Sei es, um westliche Produkte nach Mainland China einzuführen oder dort erzeugte Produkte zu beschaffen. Das belegt auch die erst im Juni 2022 veröffentlichte Erhebung des „International Institute for Management Development“ (IMD). Diese führt Hong Kong auf Platz 5 der wettbewerbsfähigsten Städte weltweit.

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