Risikoprofilierung

Risikoprofilierung (Risk Profiling) bewertet die finanzielle Situation eines Kunden, seine Risikotoleranz, Anlageziele sowie den Anlagehorizont. Es bestimmt, welches Risiko der Kunde sowohl tragen kann als auch tragen möchte, und bildet die Grundlage für die Auswahl einer geeigneten Anlagestrategie und Portfolioallokation. Die Ergebnisse fliessen in sämtliche nachfolgenden Eignungsprüfungen (Suitability) und Entscheidungen zur Portfoliokonstruktion ein.

Synonyme / Abkürzungen: Risikoprofilierung, Risikoanalyse, Anlegerprofilierung

Anwendungsbereich (Scope): Verwaltete Portfolios, Eignungs‑ und Angemessenheitsprüfungen (Suitability Assessments).

Nicht anwendbar auf (Abgrenzung): Execution‑only‑Dienstleistungen ohne Beratungs‑ oder Verwaltungsmandat.

Nicht verwechseln mit: Rendite‑ oder Performance‑Erwartungen, da das Risk Profiling die Risikoneigung und -tragfähigkeit bewertet, nicht prognostizierte Erträge.

Beispiel: Vor einer Investition füllt der Kunde eine detaillierte Risikoanalyse aus. Die Bank beurteilt seine finanzielle Situation, seine Bereitschaft, Marktschwankungen zu akzeptieren, sowie seine langfristigen Ziele, um festzulegen, ob eine konservative, ausgewogene oder dynamische Anlagestrategie geeignet ist.